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Stellungnahme des Vereins zum BZ-Artikel vom 4.3.2019

In der Badischen Zeitung vom 4.3.2019 „ Zwei statt drei Windräder für den Taubenkopf“ wurde über Fertigstellung der Planungen der Ökostromgruppe berichtet. Hierzu möchten wir Stellung nehmen:

  1. Die Anlagen des Projektierers am Roßkopf und auf der Holzschlägermatte (Regiowind) erreichten in den letzten Jahren niemals das schon sehr niedrig gesetzte Ziel von 16 Mio. kWh/Jahr (17% der installierten Leistung). 2018 wurde nur ein Ertrag von 10,9 Mio. kWh/Jahr (11,5% der installierten Leistung) erzielt. Der nun vom Projektierer angegebene Ertrag von 20 Mio. kWh/Jahr ist vermutlich auch wieder höchst ambitioniert.
  2. Dass die Lärmvorschriften eingehalten werden können, bezweifeln wir sehr. Die Immissionsgutachten beziehen sich auf ein flaches Relief. Gerade bei einer so steilen und komplexen Tallage wie im Kapplertal, kann dies nicht berechnet werden und ist bisher auch nicht berechnet worden.
  3. Der Ökostromgruppe sind in den letzten 6 Jahren zwei bestens gewartete WKA abgebrannt. Gerade nach einem heißen und trockenen Sommer wie 2018 ist es grob fahrlässig, WKA inmitten eines geschützten Walds zu bauen. Die Möglichkeit eines großflächigen Waldbrands, der selbst Horben und Freiburg gefährden könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Sperrzone betrug bei der nur halb so hohen WKA bei Lahr 500 m. Der Abstand zur Bebauung in Kappel beträgt aber jetzt immer noch lediglich 480 m. Wie groß muss der Evakuierungsabstand bei einer 246 m hohen WKA sein?
  4. Für Freiburg ist es äußerst lukrativ, den Wald am Taubenkopf in ein Industriegebiet umzuwandeln und eine fünfstellige Pacht zu kassieren. Somit ist die Stadt Freiburg sowohl Nutznießer als auch Genehmigungsbehörde. Die Genehmigungsbehörde ist – nebenbei bemerkt - das Umweltschutzamt in Freiburg.
  5. Die Abteilungsleiterin für technischen Umweltschutz im Umweltschutzamt, Frau Dr. Sandra Hook, ist zugleich Lobbyistin für Windkraft, da sie im größten Lobbyverband der Windindustrie - dem Bundesverband Windenergie - Vizepräsidentin ist. Damit liegt das Interesse des Umweltschutzamtes, welches gleichzeitig Genehmigungsbehörde ist,  wohl klar auf der Hand.
  6. Die geplanten WKA liegen inmitten des Landschaftsschutzgebiets Schauinsland, im UNESCO Biosphärenreservat, direkt angrenzend an das Naturschutzgebiet Schauinsland und an das europäische FFH Schutzgebiet. Diese Schutzgebiete wurden ausgewiesen, weil es sich um hochsensible Bereiche handelt. Hier leben geschützte Arten, wie Fledermäuse, Rotmilan, Wespenbussard und Wanderfalke. Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere 100.000 Vögel und Fledermäuse durch WKAs getötet. Dieses wertvolle Gebiet beim Taubenkopf darf daher nicht in ein Industriegebiet für WKAs umgewandelt werden.
  7. Für die Reduktion von CO2 gibt es in der EU den europäischen Emissionshandel, d.h. das durch Windkraft eingesparte CO2 wird durch die frei werdenden Emissionszertifikate woanders in der EU freigesetzt und somit wird der EU CO2 Gesamtausstoß nicht reduziert.

  Lichtermeer vor dem Rathaus Freiburg 7.3.2019

 Vielen Dank an Alle, die gekommen sind und uns zugehört haben!

Bericht über unseren Informations- und Diskussionsabend „Windkraftanlagen oberhalb von Freiburg-Kappel?“

Der Verein Unser Schauinsland hat am 7.2. 2019 zu einem Film-, Informations- und Diskussionsabend rund um das Thema in den Gemeindesaal Kappel eingeladen.Die Veranstaltung war gut besucht und vor dem interessierten Publikum stellte unser Vorsitzender Alexander Morgenstern zunächst den Verein und sein Anliegen – den Natur- und Landschaftsschutz des Schauinslandes – vor.

Anschließend wurde der Film „In einem Dreivierteljahr“ in einer halbstündigen Version gezeigt. Im Film werden die Folgen einer industriellen Überformung in ökologisch sensiblen Waldgebieten durch den Ausbau von Windkraftanlagen ebenso dokumentiert wie eine teilweise schwer nachvollziehbare Genehmigungspraxis. Nach einer kurzen Pause veranschaulichte Herr Morgenstern mit Hilfe von Karten, Zahlen und Visualisierungen, was mit den geplanten 230 m hohen Anlagen auf die Kappler zukommen könnte.

Aus eigener Erfahrung berichtete hierzu Herr Markus Schätzle aus Schuttertal. Er lebt mit seiner Familie in ca.1600 m Abstand zur nächsten Windkraftanlage und hat seit dem Ausbau mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Da in Kappel der Abstand zu den nächsten Wohnhäusern nur 430 m betragen soll, löste sein Bericht einige Betroffenheit aus. Auch die Bewohner der Molzhofsiedlung bzw. von Horben sind mit ca. 2000 m bzw.1600 m Abstand nicht außer Gefahr.

Ein weiteres Thema war das Risiko eines Windradbrandes und die Gefahr eines Waldbrandes insbesondere bei einem so trockenen Sommer wie in 2018. Leider hat uns die Wirklichkeit schnell eingeholt, denn bereits am 8.2.2019 brannte wieder ein Windrad bei Lahr. Die Feuerwehr sperrte das Gelände im Umkreis von 500 m um das Windrad ab.

Die anschließende lebhafte Diskussion zeigt, dass die Problematik Windkraft auf unserem Schauinsland mitunter starke Gefühle auslöst. Einige Kappler hatten vor der Veranstaltung noch gar nichts von dem Bauvorhaben gewusst. Der gut gefüllte Saal und das große Interesse der Besucher hat uns sehr gefreut.

 

 

Am Freitag, dem 18. Januar 2019, fand im Horbener Bürgersaal unser erster Informationsabend zum Thema "Windräder am Taubenkopf ?" statt.
Wir möchten uns bei allen Gästen für das große Interesse bedanken: der Bürgersaal war bis auf den letzten Stuhl besetzt. Bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Etscheit, der aus München anreiste, um einen Vortrag zu halten und vor allem bei Herrn Markus Schätzle aus dem Schuttertal, der aus seinem Alltag im Schatten der Windräder berichtete.
Nach kurzer Begrüßung und Vorstellung der Vorstände des Vereins „Unser Schauinsland e.V.“ - Alexander Morgenstern und Bianca Guzzoni - begann der Abend mit der Filmvorführung „In einem Dreivierteljahr“ – einer emotionalen und gleichzeitig informativen Darstellung der Windkraftindustrie mit einhergehender Zerstörung von Natur und Lebensqualität der betroffenen Menschen und Tiere. Nach 10minütiger Pause erläuterte uns Herr Dr. Swen Maas unter Zuhilfenahme von Landkarten des Taubenkopfs und Visualisierungen sowohl von Horben, Kappel und Günterstal, was auf uns alle zukommen könnte.
Im Anschluss hat Herr Georg Etscheit einen lehrreichen, weit ausholenden, aber auch passagenweise recht provokativen Vortrag „Geopferte Landschaften“ gehalten. Damit wurde die Geduld einiger Besucher des Abends leider überstrapaziert. Sein Hinweis darauf, dass besonnene Naturfreunde inzwischen von Befürwortern der Windkraftindustrie als „Klimaschänder“ und „Rechte“ verleumdet werden, gehörte nicht zu unserem Anliegen, nämlich eine sachliche Diskussion zum Thema Windkraftanlagen auf dem Taubenkopf anzustoßen.

Uns geht es um den Schutz von Menschen, Natur und Landschaft, welcher durch die aktuellen Planungen am Taubenkopf gefährdet ist. Herr Markus Schätzle aus dem Schuttertal veranschaulichte uns am Ende in seinen Berichten die möglichen Folgen eines derartigen Projektes und was es bedeutet, Tag und Nacht im Geräuschkegel der Windmühlen im Abstand von ca. 1600 Metern zu leben ... in der bitteren Gewissheit, wegen umstrittener, unausgereifter und menschenunfreundlicher Planungen Haus und Heimat bald verlassen zu müssen.
Der Abend endete mit der berechtigten Sorge, was können die Horbener tun?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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